Mittwoch, 24. Juli 2019
Notruf: 122

Rettungshunde in Aktion

Ein vermisstes Kind, der demenzkranke Opa, der vom Spaziergang nicht zurückgekommen ist, ein gestürzter Spaziergänger, ein Schwammerlsucher mit möglichem Herzinfarkt, der gerade noch den Notruf absetzen konnte, ein Jugendlicher, der sich zu Fuß auf den Heimweg von einem Fest gemacht hatte, aber dort nicht ankam, … Szenarien, die eine Suchaktion erfordern, gibt es viele und Einsätze zur Personensuche sind für Feuerwehren durchaus keine Seltenheit. Häufig kommen dabei auch Rettungshunde zum Einsatz.

Da unsere Kameradin Melanie Gahleitner auch Mitglied der Rettungshundestaffel der FF Traun ist, ergab sich daher die Möglichkeit, unser Wissen hierzu zu erweitern und das Suchgebiet, sowie die "vermissten Personen" zur Verfügung zu stellen.

Neukirchen am Walde mit seinen ausgedehnten Waldgebieten bietet noch dazu die perfekte Umgebung, um Rettungshunde auf Herz und Nieren zu prüfen und somit wurde der diesjährige Einsatztest für die Rettungshunde der Freiwilligen Feuerwehr Traun ausgerichtet.

Ein solcher Einsatztest ist jährlich von jedem einsatzfähigen Mensch-Hund-Team zu absolvieren, um die Berechtigung für Sucheinsätze für weitere 12 Monate zu erlangen. Für unsere Mitglieder ergab sich so die Gelegenheit, die Rettungshundearbeit hautnah mitzuerleben, den Hundeführern über die Schulter zu schauen und sich so Wissen über Suchaktionen anzueignen.

Am 27. April 2019 rollte also die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Traun samt MTF und Hundeanhänger bei uns an, vier Hunde samt ihren Hundeführern stellten sich der Überprüfung. Weiters durften wir einen Bewerter und ein Mensch-Hund-Team der österreichischen Rettungshundebrigade bei uns begrüßen. Nach kurzen Begrüßungsworten unseres Kommandanten Christian Kneißl und des Staffelführers Markus Gruber ging es für unsere Kameraden, die sich als Versteckpersonen zur Verfügung stellten, mit den zwei Bewertern ins Gelände. Unser Kommandofahrzeug diente den Bewertern, Versteckpersonen, Hunden und Hundeführern als „Shuttle“ zum/aus den Suchgebieten.

Die Vorgaben des Einsatztests für die Hunde sind streng und anspruchsvoll. Bei Tag war eine Wegrandsuche von 2 km im Bereich Hofingerleithen, sowie eine anschließende Flächensuche von ca. 20.000 Quadratmetern zu absolvieren. Drei Kameraden unserer Feuerwehr lagen in diesen Gebieten in ihren Verstecken hinter Bäumen, unter Sträuchern und Ähnlichem. Der Rettungshund bewegt sich in der Suche freilaufend entlang des Weges bzw. durch die Fläche und zeigt gefundene Personen mittels Verbellen an. Die zu bewältigende Distanz und der Wechsel zwischen Wegrand und Flächensuche stellt eine besondere Herausforderung an das Können und die Ausdauer des Hundes dar.

Nach den Suchen bei Tag kamen wir zu einer Pause und einer Stärkung im Feuerwehrhaus zusammen. Kurz darauf, bei Einbruch der Dunkelheit, ging es aber für die nächsten "Vermissten", warm angezogen und mit Isomatten, Schlafsäcken und Decken ausgestattet, schon wieder hinaus ins Suchgebiet zur Nachtsuche. Hier hatten die Suchteams entlang der „Alm-Mühlen-Runde“ im Tal der 7 Mühlen eine weitere Wegrandsuche über eine Distanz von 3 km bei Dunkelheit zu absolvieren. Alle unsere Kameraden wurden von den Hunden mit ihren feinen Nasen aufgespürt.

Gegen 23 Uhr konnten die Suchen erfolgreich beendet werden und alle ins Feuerwehrhaus einrücken. Dieser sehr gelungene Einsatztest bewies die gute Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen und die gewonnene Erfahrung wird uns bei zukünftigen Einsätzen zur Personensuche nützlich sein.

Ein herzliches Danke auch an die Waldbesitzer und die Jägerschaft für die Unterstützung!


Bericht: HFM Melanie Gahleitner

Fotos: FF Neukirchen, Rettungshundestaffel FF Traun, Florian Kollmann